Information der Betriebsfeuerwehr zum Schutz von Kulturgut

Grundsätzliches:
Die Konzentration vieler teilweise unwiederbringlicher Kulturgüter auf engem Raum, wie in Museen, bedeutet das Risiko eines Totalverlustes bei einem Brandausbruch.
In der Vergangenheit sind bei vielen Museumsgroßbränden unersetzbare Kulturgüter der Menschheit zerstört worden. Als Beispiel aus den letzten Jahren sei die Bibliothek in Weimar oder das Eisenbahndepot in Nürnberg genannt. Aus diesem Grund sind insbesondere bei Museen aufwändige Brandschutzmaßnahmen erforderlich und von dem Betreiber des Museums sicherzustellen.
Diese Maßnahmen betreffen den vorbeugenden und baulichen Brandschutz, die Aufteilung der Exponate in verschiedene Brandabschnitte bis hin zum betrieblichen Brandschutz im Rahmen einer Betriebsfeuerwehr. Der int. Museumsverband hat dazu Richtlinien herausgegeben und die Fachliteratur beschreibt den speziellen Brandschutz in Baudenkmälern und Museen.
Die Sicherstellung dieses Brandschutzes bildet eine der Grundlagen, ein Museum verantwortungsbewusst zu betreiben, dem musealen Auftrag nachzukommen und Kulturgut der Menschheit für spätere Generationen zu erhalten.Deutschlands größtes Feuerwehrmuseum, das Int. Feuerwehrmuseum Schwerin incl. der Außenstelle Meetzen, mit einer beachtenswerten Sammlung von über 16.000 Exponaten, darunter etwa 165 Fahrzeuge und Anhänger und einer Bibliothek von über 7000 Büchern, Bänden und Schriften, hat sich daher im Jahre 2000 entschlossen, eine Betriebsfeuerwehr aufzustellen.Diese Entscheidung war nahe liegend, da die Mitwirkenden im Museum alle ausgebildete  Feuerwehrleute sind. Mit Unterstützung der Feuerwehren des Werkfeuerwehrverbandes und der Beratung des Innenministeriums M-V sowie der Feuerversicherung, konnte die Betriebsfeuerwehr ihrer Aufgabe entsprechend aufgestellt und ausgerüstet werden. Alle Beteiligten waren sich einig, eine Betriebsfeuerwehr aufzustellen, ohne Anerkennung als Werkfeuerwehr, da nicht die Pflicht zur Aufstellung einer anerkannten Werkfeuerwehr besteht und ein Museumsbetrieb speziellen Brandschutz benötigt, der am besten mit einer dafür ausgerüsteten Betriebsfeuerwehr sichergestellt werden kann. Die Betriebsfeuerwehr hat sich auch bereit erklärt, die örtliche Gemeindefeuerwehr bei Einsätzen zu unterstützen.

Aufgabe der Betriebsfeuerwehr:
Die Betriebsfeuerwehr ist in Trupp-, Staffel – oder Gruppenstärke einsatzfähig. Sie sichert das Museum während der Betriebszeiten. Dazu gehören auch: Vorbeugender Brandschutz, Erstellen eines Einsatzplanes, Brandbekämpfung, Vorgaben zum baulichen Brandschutz, der Löschwasserversorgung und zu bildende Brandabschnitte. Evakuierung von Personen und Exponaten im Brandfall, Umweltschutz und Bergungsaufgaben, Notstromversorgung

Brandlast:
Die Brandlast in einem techn. Museum mit hohem Fahrzeugbestand  ist nicht unerheblich und bietet einem Feuer umfangreiche Nahrung. Aber auch die Restaurierungswerkstatt mit der Farbspritzanlage und ihren Schweißgeräten trägt zur Brandlast bei.  Leider ist auch Vandalismus ein immer wieder aktuelles Thema.

 Kräfte:
Die Betriebsfeuerwehr ist in Trupp-, Staffel – oder Gruppenstärke einsatzfähig. Sie sichert das Museum während der Betriebszeiten.  Alle Kräfte sind in die örtlichen Besonderheiten des Museumsgeländes und der Gebäudestruktur eingewiesen und verfügen über entsprechende Orts- und Raumkenntnis. Weiterhin ist auch die notwendige Kenntnis der zu schützenden Exponate vermittelt, ebenso der Einsatzplan und eine Einsatzordnung, sowie die Grundlagen der Löschwasserversorgung auf dem Grundstück und im Bereich der Gemeinde. Insgesamt stehen der Betriebsfeuerwehr 14 Kräfte  zur Verfügung, ihre Ausbildung ist überdurchschnittlich und zusätzlich auf den betrieblichen Einsatz erweitert.

 


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